Irrgarten und Labyrinth in den Gärten der Welt
Irren ist menschlich

Irrgarten und Labyrinth in den Gärten der Welt

Irren ist menschlich
Eine Sammlung internationaler Gärten vermittelt in den ‚Gärten der Welt‘ die Gartenkulturen der Menschheit. Irrgarten und Labyrinth verkörpern zwei unterschiedliche Philosophien, die wir als Zitate wichtiger Vorbilder umgesetzt haben.
Der älteste erhaltene Hecken-Irrgarten im barocken englischen Schlosspark Hampton Court wurde unser Vorbild. Im Irrgarten sucht man seinen Weg selbst – mit allen Sackgassen und Umwegen. In der Geschichte der Gartenkunst ist der Irrgarten ein Sinnbild barocker Lebenslust und Experimentierfreudigkeit. In den ‚Gärten der Welt‘ ist er auch eine Familienattraktion, Kinder übernehmen hier gerne die führende Rolle. Und der Irrgarten lädt zur Kommunikation ein: Auf der Suche nach dem Zentrum kann man mit anderen Suchenden ganz selbstverständlich ins Gespräch kommen.
Das benachbarte Labyrinth mit seinem vielfach verschlungenen Weg verkörpert eine andere Haltung: Das eher meditative, konzentrierte Verfolgen eines vorgezeichneten Wegs verlangt Vertrauen in das eigene Schicksal – oder auch Gottvertrauen, weshalb die Symbolik vielfach in gotischen Kirchen genutzt wurde. Das Labyrinth an dieser Stelle zitiert das Bodenlabyrinth der gotischen Kathedrale von Chartres aus dem 13. Jahrhundert. Die Kombination von Labyrinth und Irrgarten als unterschiedliche Erfahrungsräume in einer Anlage ist eine Besonderheit.


Berlin, Marzahn

Größe: 0,6 ha

Bearbeitungszeitraum: 2005-2007

Auftraggeber: Grün Berlin

Ausführende Firmen: Rüdiger Brandenburg, Baumschule Lorberg