Charrette Schorfheideviertel in Berlin
Eine Herde von Garagen und Hirsche auf der Wiese

Charrette Schorfheideviertel in Berlin

Eine Herde von Garagen und Hirsche auf der Wiese
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Berlin, Marzahn
2009-2010

Im nach der brandenburgischen Schorfheide benannten Wohngebiet in Berlin-Marzahn wurden wegen Leerstand einzelne Wohngebäude abgerissen. Diesen umstrittenen Eingriff in das Stadtgefüge sollte eine identitätsstiftende Gestaltung der frei werdenden Flächen abmildern. Die Einbindung der Bürger*innen war dabei besonders wichtig. So analysierten wir vor Ort mit allen Interessierten die Lage, entwickelten gemeinsam ein Konzept und realisierten in diesem intensiven Planungsprozess, der „Charrette“, den Entwurf. Durch dieses mit dem „Deutschen Landschaftsarchitekturpreis“ ausgezeichnete Experiment ist ein Wohnumfeld entstanden, das den landschaftlichen Charakter der Schorfheide mit den dort vorherrschenden Kiefern und niedrigen, grasbewachsenen Hügeln aufgreift und zugleich neue Möglichkeiten der Aneignung bietet.
Besonders wichtig war den Anwohnenden der Bau von Garagen: Wir fragten, was in diesen Garagen passieren soll, und es zeigte sich, dass die Nachbarschaft vor allem geschützte Orte suchte: für das Auto, aber auch zum Basteln, Feiern und Lagern. So platzierten wir diese zu „Multifunktionsboxen“ weitergedachten Garagen einer Schafherde ähnlich über die Wiesen und gaben ihnen einen grü-nen Pelz aus Kletterpflanzen. Auch die „Hirsche“ inmitten der sanften Hügel wurden von Anwohnenden mitgestaltet. Dazu fuhren die interessierten Nach-bar*innen des Schorfheideviertels auf den Hof des Künstlers Jörg Schlinke und gossen die Betonskulpturen mit ihm gemeinsam in brandenburgischer Erde.